Reisebericht vom 13.02.2002 

Los Roques, Venezuela 

01-  30 erkennen wir das Aeroblitzfeuer der kleinen gesperrten Insel Orchilla (Militärstützpunkt).

04-  30 machen wir das Leuchtfeuer Sebastopol (1 Blitz aller 6 s)aus.

05-  10 regnet es wie aus Gießkannen und wir reffen die Genua. Da wir aufgrund der Korallenriffe bei der Einfahrt in die Lagune bei Sebastopol das Tageslicht brauchen (Eyeappel-  Navigation), segeln wir langsamer.

06-  10 hören wir in der beginnenden Morgendämmerung das laute Ausatmen eines etwa 6 m großen Wales neben unserem Schiff und können ihn aber nur undeutlich erkennen. Nach 10 Minuten ist er weg.

06-  40 unter Motor geht es mit Bluthochdruck in die Riffpassage. Die Sonne ist hinter dicken Wolken und fehlt uns zum Erkennen der Untiefen. Wir machen 07-  40 bei Buchiyaco am Außenriff einen Ankerstopp, um nach der durchwachten Nacht etwas zu schlafen. Aber der Wind ist zu stark, es ist sehr unruhig und wir sind die einzige Yacht. Also wollen wir 11-  40 weiter und können, oh Schreck, den Anker nicht mehr aufholen. Ich schaue mit der Taucherbrille nach und sehe, dass sich die Kette beim Schwojen des Schiffes um einen großen Hirnkorallenblock im 10 m tiefen Wasser gewickelt hat. Also zu tief für mich, um ohne Tauchausrüstung runter zu kommen. Wenn der Anker nicht freizubekommen ist, bleibt entweder das Kappen der Kette oder einen Tauchern anfordern. Beides ist kostenaufwendig, aber wir als Glückskinder bekommen mit Angstschweiß auf der Stirn unseren Anker beim dritten Versuch wieder frei.

Inzwischen ist steht die Sonne hoch und wir fahren 3 h die innere Riffpassage gen Norden. In Crasqui liegen noch 6 Yachten vor Anker.

Herrlicher weißer Sandstrand und ein wunderbarer Ankerplatz entschädigen uns für diese Aufregung. Entgegen der überschwänglichen Beschreibungen von Los Roques ist auch beim 3.Schnorchelversuch das Wasser durch Wind und Wellen getrübt. Ich bin etwas enttäuscht, zumal wir auch nicht Wochen hier verbringen können und wollen, um auf ruhigeres Wetter zu warten.

Am nächsten Mittag kommen 4 Mann vom "Comando de Guardacostas Los Roques" und wollen alle Papiere sehen. Wir haben nur die internationale Einklarierung vom Port of Entry Pampatar auf Isla Margarita. Wir werden freundlich aber bestimmt aufgefordert, unverzüglich zum 6 sm entfernten Coast-  Guard Stützpunkt auf El Grand Roque zu kommen. Wir stauen unser Dingi und holen zähneknirschend den Anker auf. Morgen sollte es sowieso weiter gehen, da wir immer noch um die Welt wollen. Und für zwei Nächte vor Anker im trüben Wasser ist uns einfach der Preis zu hoch. Nachdem das kleine Coast-  Guard Boot nicht mehr zu sehen ist, nehmen wir unseren Mut zusammen und beschließen, keine Gebühren mehr zu zahlen und nach Norden auf die offene See zu fahren und entgegen der deutschen Korrektheit auf einen weiteren Aufenthalt in Venezuela zu verzichten. Wir steuern also erst nach Norden um die 12 sm Grenze der Hoheitsgewässer zu erreichen, dann machen wir gegen Mitternacht noch einen großen Bogen um die Aves-  Inseln und gehen auf Kurs nach Bonaire, den niederländischen Antillen, die auch als ABC-  Inseln bekannt sind.

Unsere Elektrik macht mir Sorgen. Bei Sonne versorgt unsere Solarzelle das Schiff, aber bei Dunkelheit und Schiffsbeleuchtung sinkt ab 19-  00 unsere Bordspannung auf 11 Volt und das ist zu wenig. Ich habe bereits die Kontakte an unseren 3 Bordbatterien gereinigt und gefettet, aber es wird wohl eine kaputt sein. Wir müssen aller 2 Stunden den Motor im Leerlauf eine Stunde mitlaufen lassen, um über die Lichtmaschine die Akkus zu laden.

Nach Mitternacht geht es gar nicht mehr ohne die Lichtmaschine.

Seit 04-  00 suchen wir das Leuchtfeuer von Lacre Punt (13 sm Tragweite), denn das Licht der Insel sehen wir schon seit 3 Stunden.

06-  30 dämmert es langsam und wir können den Leuchtturm am Südkap von Bonaire erkennen, aber er hat heute offensichtlich frei.

07-  45 begrüßen uns drei rosafarbene Flamingos im Vorbeiflug.


 


Reiseroute

 


Reiseberichte Venezuela

 
» 03.02.2002 - Auf dem Weg nach Venezuela
» 06.02.2002 - Los Testigos, Venezuela
» 07.02.2002 - Isla Margarita, Venezuela
» 10.02.2002 - Entlang der Küste von Margarita
» 11.02.2002 - Isla la Tortuga, Venezuela
» 13.02.2002 - Los Roques, Venezuela
 
 
Hosting - Kesys GmbHWebdesign - nexst4 Dresden