Reisebericht vom 07.02.2002 

Isla Margarita, Venezuela 

Die Silhouette erinnert nicht mehr an die Karibik, sondern an die furchtbar verbauten spanischen Küsten am Mittelmeer. Hier wurde dem schnellen Touristengeld die schöne Insel zum Teil geopfert. Im Jahr 2000 waren nur noch 40.000 Touristen da (von 1,5 Millionen im Jahre 1994) und genau so sieht es auch aus. Angefangene Hotels stehen als "Skelette" da und andere Riesenhotels wie das Concorde-  Hotel stehen leer. Wir lassen uns nicht abschrecken. Mit dem Dingi geht es in der nur mäßig belegten Ankerbucht (ca. 20 Yachten) an den kleinen Steg von Marina Juan. Das Ein-   und Ausklarieren ist in Venezuela sehr umständlich, da Zoll, Nationalgarde, Immigration und Hafenkapitän weit auseinander liegen. Nach dem Besuch beim Zoll müssen bei der Post die Gebühren in Briefmarken erworben werden und dann geht es erst weiter. Ohne Auto oder Taxi kaum zu machen bei 32 °C im Schatten an Land. Aus diesem Grunde sind wir der Empfehlung des Reiseführers gefolgt und haben uns Juan als Agent genommen.

Allerdings steigt unser Blutdruck bereits leicht bei der ersten Nachricht, dass wir für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen überhaupt kein wunderschönes Visum mit Passbild für 30 US$ brauchen, sondern die kostenlose grüne Touristenkarte (Tarjeta de Ingreso), die man bei der Einreise erhält, völlig ausreichend ist. Ein großes "Dankeschön" an die Botschaft der Republik von Venezuela in Grenada, die uns auf unser ausdrückliches Nachfragen eine falsche Auskunft gegeben hat und uns damit 2 Tage beschäftigt hat.

Der Blutdruck steigt weiter, als uns Juan die neu festgesetzten Kosten für ein einmaliges internationales Ein-   und Ausklarieren inklusive seiner Gebühr (16 US$) mit 110 US$ beziffert (750 Boliviar sind 1 US$). Dabei muss in jedem Hafen oder Ort auch innerhalb von Venezuela national ein-   und ausklariert werden. Das ist dann aber billiger und liegt zur Zeit bei 53 US$. Für den geplanten Besuch im Nationalpark von Los Roques sind bei unserem Schiff mit 2 Personen zu den Klarierungskosten nochmals zusätzliche 114 US$ fällig (2 US$ pro Fuß und 15 US$ pro Person). Bei einem längeren Segelaufenthalt entlang der schönen venezuelanischen Küste muss man offensichtlich erst einmal eine kleine Bank überfallen. Vielleicht sollen die Segler auch die Behörden finanzieren ??!!

Jetzt ist uns natürlich klar, dass viele Segler nicht mehr nach Venezuela zum billig Einkaufen kommen. Da muss schon sehr viel von der steuerfreien hochprozentigen Alkoholika eingekauft werden, damit sich diese Gebühren halbwegs rechnen. Allerdings wollen wir selbst bei einem Preis von 2,5 US$ für eine Literflasche Rum und 15 US$ für eine Stange Marlboro weder zum Alkoholiker noch zum Raucher werden. Dabei könnte Venezuela mit seinen Inseln und der langen Festlandküste, außerhalb der Hurrikanzone, ein schönes Segelrevier sein.

Na jedenfalls finden wir die Supermärkte und fahren am Samstag zum Verproviantieren in die einzige seit 1994 im Bau befindliche Yachting Marina von Margarita. Der Trans-  Ocean ist mit Bernd Meyer, einem Deutsch -   Venezuelaner, auf der Isla Margarita vertreten. Hilfsbereit steht er uns mit Rat und Tat und seinem Auto zur Verfügung. Alles wird an Land ausgepackt, teilweise abgespült (wegen der Kakerlaken) und hoffentlich bruchsicher verstaut.


 


Reiseroute

 


Reiseberichte Venezuela

 
» 03.02.2002 - Auf dem Weg nach Venezuela
» 06.02.2002 - Los Testigos, Venezuela
» 07.02.2002 - Isla Margarita, Venezuela
» 10.02.2002 - Entlang der Küste von Margarita
» 11.02.2002 - Isla la Tortuga, Venezuela
» 13.02.2002 - Los Roques, Venezuela
 
 
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