Reisebericht vom 20.04.2001
Ankunft in Bizerte
Eigentlich wollten wir nachts 01- 00 Uhr aufstehen, aber Mitternacht waren wir beide munter und die Fischer tuckerten auch mit ihren Booten raus. Also raus aus der Koje und 01- 03 Uhr wird abgelegt. Die ersten 20 Seemeilen bis zum berüchtigten Kap Bon, das ist die nordöstlichste Halbinsel von Tunesien, geht es bei unbeständigen und böigen Gegenwinden unter Motor. Kap Bon gilt als die Wetterscheide von Nordafrika und es ist mit Fallböen und starker Strömung an beiden Seiten des Kaps zu rechnen. Dazu kommt noch, dass nördlich des Kaps, infolge des starken Verkehrs der Berufsschifffahrt, ein Verkehrtrennungsgebiet ist.
Das heißt für uns als Sportschifffahrt, daß die Fahrwasserstraße genau beachtet werden muß. Als kleines Segelschiff ist es der Gesundheit sehr zuträglich, wenn man den grossen „Pötten“ freundlicherweise in jedem Fall den Vorrang einräumt und vorher ausweicht. Besonders nachts bei Neumond, wie in unserem Fall.
Norbert und seine Frau aus Kassel sind mit ihrem 9 m Segelboot „VIVIANE“ heute nicht um das Kap gekommen und mussten wieder nach Kelibia zurückkehren. Sie warten auf besseres Wetter. 03- 50 Uhr haben wir also Kap Bon backbord querab, wie man in der Seglersprache sagt, und umrunden das Kap ohne Probleme und leichter als erwartet.
Durchschnittsfahrt 5,9 Knoten Wir machen im größten Handelshafen von Tunesien fest. Allerdings nicht bei den Tankern sondern im Yachthafen „Sport Nautique“ an dem einzigen Schwimmsteg, der bald auseinanderfällt ohne Wasser und Strom (entgegen der Hafenbeschreibung im Hafenhandbuch).
Die üblichen Herren vom Zoll und der Polizei erwarten uns auch hier, wobei sie stets freundlich auftreten und teilweise auch ein paar Brocken deutsch sprechen, aber wir sprechen ja auch nicht viel arabisch und französisch.
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Reiseroute
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