Reisebericht vom 01.01.2003 

Phuket Island, Thailand 

Etwas „Bauchschmerzen“ haben schon alle Segler, die wie wir durch das Rote Meer wollen. Gibt es Krieg ? Kommen wir unbeschadet an den Piraten vorbei ? Hält der Motor und das Schiff die raue See gegenan aus, die uns ab Djibouti bis Suez erwarten wird ? Wilde „Geschichten“ werden teilweise erzählt, die uns nicht unbedingt ermuntern. Jetzt sind wir soweit gekommen, da werden wir die letzten Meilen auch noch schaffen !!

Wir mieten uns noch ein Auto, da wir uns zähnknirschend eine neue Videokamera kaufen müssen und wir finden dann auch eine „Sony“. Der Verkäufer füllt alle Formulare für die Rückerstattung der MwSt. für Touristen in Höhe von 7 % des Kaufpreises aus. Leider stellt sich am Flughafen, wo MwSt. zurückerstattet werden soll, nach längerem Diskutieren heraus, dass das nur für Touristen gilt, die mit dem Flugzeug eingereist sind.

Die letzten 3 Tage vergehen für uns alle wie im Fluge und am Nachmittag des 03.01.2003 heißt es Abschiednehmen für die Brini´s. Es waren 10 schöne Tage an Bord der „SUMMERTIME“ – wir konnten sogar wieder einmal sächsisch sprechen. Wir bringen sie zum Flughafen und kontrollieren, ob sie auch wirklich wegfliegen, denn irgendjemand sollte sich schon in Deutschland um das Bruttosozialprodukt kümmern.

Kurz vor unserem Start beschließen wir, doch nach Galle in Sri Lanka zu fahren, den es soll einen Friedensvertrag mit den Tamilen geben, der offensichtlich bis jetzt eingehalten wird. Ich erinnere mich noch an die e-  mail von Freunden, die vor einem Jahr nach einem Angriff der Tamilen auf den Flughafen in Colombo Hals über Kopf ausgeflogen wurden. So schnell kann sich die politische Situation ändern.

Wir holen uns das Wetter aus den Internet, bunkern noch Wasser und Diesel (35 Cent/l). Außerdem kaufen wir noch Früchte von der Insel (Ananas, Mandarinen, Pampelmusen, Melonen und Bananen).

So gehen wir am 06.01.2003 Anker auf und verlassen die Ao Chalong Bay Richtung Westen, um nach 2 Tagen mit schwachen Winden den Sombrero Chanal in den Nicobaren Islands zu passieren.

Die „SKIVE“, die 2 Stunden später als wir gestartet ist, überholt uns am zweiten Tag. Wir ärgern uns nicht, denn die leichten Katamarane wie „SKIVE“ sind bei schwachen Winden von achtern nun mal erheblich schneller als Monohulls (Einrumpfboote). Die „SKIVE“ kann bei achterlichem Wind von 5 bft 9-  10 kn segeln. So eine Geschwindigkeit können wir als Verdrängungsschiff nie erreichen. Wir sind immer schon ganz stolz, wenn wir mal mit 7 kn lossausen, was sehr selten ist. Unsere Devise ist immer noch: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit!!

Wieder mal sind wir einen Angelhaken samt Stahlvorfach los, den uns ein großer Fisch abgerissen hat. Wir legen die neu präparierte Schnur noch mal aus, denn wir wünschen uns endlich wieder frischen Fisch, nachdem wir seit Darwin nur einen ganz kleinen Wahoo gefangen haben.

5. Tag auf See

Der elektrische Autopilot schaltet sich ständig ab, die Wellen werden höher, ich richte den Windpilot ein, der uns von jetzt an wieder treu durch Wind und Wellen steuert. Noch 687 sm bis Sri Lanka. Wir schaffen in 24 h 122 sm, unser bestes Etmal bis jetzt, außerdem ging uns heute ein Thunfisch an die Angel.

6. Tag auf See

Eine schwarze Wolke bringt 30 kn Wind. Wir „fliegen“ mit 7,8 kn dahin. Heute ist Bergfest. Noch 546 sm bis Galle.

8. Tag auf See

Nun ist es schon den 3. Tag recht ungemütlich. Heute fiel beim Frühstück wieder mal die Kaffeekanne um, und wir hatten den Kaffee überall, nur nicht in den Tassen. Sabine wischte in Windeseile auf, während ich sämtliches Geschirr festhielt. Das macht keinen Spaß. Dafür hatten wir genau zur Mittagszeit einen kapitalen Wahoo von 1,40 m Länge an der Angel, den größten Fisch bisher. Nun haben wir bis Sri Lanka ausgesorgt.

10. Tag auf See

17–30 h Unglaublich, mit ganz kleiner Besegelung, 13 kn Wind, aber kein Seegang rauschen wir schon über eine Stunde mit 6-  7 kn davon (Strömung). Wir sind zu schnell – noch 70 sm bis Galle.

17-  45 h Ein Wal so groß wie die „SUMMERTIME“ lässt sich knapp 0,5 sm entfernt von uns sehen. Er bläst Luft aus und zeigt uns seine riesige Schwanzflosse. Das ist der erste wirklich große Wal während unserer Weltumsegelung.

18-  40 Land in Sicht ! Man konnte es schon eine Weile riechen – ein eindringlicher Geruch nach Holzfeuer und nun sehen wir es endlich.

Im Morgengrauen werden wir Galle erreichen. 

 
 


Reiseroute

 


Reiseberichte - Thailand

 
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» 17.12.2002 - Phuket, Thailand
» 25.12.2002 - Ko Rang Yai, Thailand
» 26.12.2002 - Ao Chalong Bay, Thailand
» 27.12.2002 - Ko Phanak, Thailand
» 28.12.2002 - Ko Yao Noi, Thailand
» 29.12.2002 - Krabi, Thailand
» 30.12.2002 - Phuket Island, Thailand
» 01.01.2003 - Phuket Island, Thailand
 
 
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