Reisebericht vom 29.04.2003
Golf von Suez
Es ist Rock´n Roll am Ankerplatz angesagt. Der Wind frischte weiter auf und wir hatten am Ankerplatz 2 m hohe Wellen. In der zweiten Nacht gab es einen lauten Knall, unser Ruckdämpfer war das 4.Mal gerissen, die Ankerwinsch aus der Halterung gefetzt und unser CQR- Anker samt 60 m Kette weg. Das nächste Korallenriff kam immer näher. Den Motor an und Vollgas aus dem Riff heraus war eines. Uns blieb nichts anderes übrig, als loszufahren – nachts um 2 Uhr, wir beide im Schlafzeug und todmüde. Wir konnten nur im Sturm ablaufen, hatten 40–50 Knoten Wind und so landeten wir wieder in der Marina. Für 90 sm brauchten wir hinzu 22 Stunden und zurück 12 h , so schnell sausten wir davon. Riesige Wellen trugen uns fort, wir waren beide im Vollzeug und mit Gurten gesichert und hofften nur, da wieder heil rauszukommen. Bei schlechter Sicht durch Sand und Gischt, überholten uns mit bis zu 25 Knoten Fahrt die riesigen Containerfrachter. Beidseitig standen grell beleuchtet Ölplattformen und Ölraffinerien. Neben dem Fahrwasser waren unbeleuchtete und abgetrennte Öltürme zu sehen oder auch nicht. Wir wechselten uns aller 30 Minuten am Steuer ab.
Dieser Sturm im Golf von Suez mit Windstärke 9 und in Böen sogar 10 (54 kn) war das heftigste Erlebnis unserer Reise.
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