Reisebericht vom 16.08.2001 

Wir sind in Sevilla 

Außer 6 großen Frachtschiffen begegnen uns auf dieser einmaligen Flussfahrt durch den Nationalpark Donana keine anderen Yachten. Wir starten 09-  00 eine Stunde vor der Flut. Dafür sehen wir jede Menge Störche, Reiher und andere Wasservögel – ein Tierparadies. Die Fische springen auch ständig aus dem trüben Flusswasser, um nach uns zu schauen. Der durch die Flut entgegen dem Fluß laufende Strom nimmt uns mit bis zu 2 kn mit und das nach fast 100 km vom Atlantik entfernt.

An der Schleuse nach Sevilla müssen wir 2 Stunden bis 16-  00 warten. Wir ankern und trinken Kaffee. Per UKW-  Funk melden wir uns im Club Nautica Sevilla, um nach einen Liegeplatz zu fragen. Kein Problem außer einer Klappbrücke, die allerdings erst 20-  00 öffnet. Wir dürfen am Lebensmitteltanker "WINETRADER" aus Madeira festmachen. Die Farbigen aus Nigeria und Benin, extrem arme Länder in Afrika, helfen uns und wir bedanken uns mit 4 Büchsen Bier aus dem Kühlschrank. Wir unterhalten uns fast eine Stunde und anschließend gibt uns Ernest aus Benin 8 l Olivenöl rüber. Der Tanker hatte gerade Olivenöl geladen nach Gallipoli in Italien. Ich will den Männern noch etwas rüberreichen, da winkt er ab und sagt: "No, thankyou ! Friendship is better than money !" Dabei wird die Mannschaft auf solchen Frachtschiffen bestimmt nicht überbezahlt. Wir liegen direkt im Zentrum und können die drittgrößte Kathedrale der Welt vom Schiff aus sehen. Natürlich geht es gleich in die Stadt und wir sind von der Hauptstadt Andalusiens begeistert !! Abends geht hier in der heißesten Stadt Europas das Leben erst richtig los. Alles ist auf den Beinen – leider auch die Taschendiebe vor denen überall gewarnt wird.

Freitag und Samstag steht natürlich die Kathedrale, die maurische Alcazar und die häufig mit Sonnenschutz überspannten Straßen der Altstadt auf dem Programm. Sevilla ist durch Kolumbus, der seine geraubten Gold-   und Silberschätze hier in der Stadt vom Schiff lud, zu ungeheurem Reichtum gekommen. In der Kathedrale ist er begraben.

 


Reiseroute

 


Reiseberichte Spanien

 
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