Reisebericht vom 10.08.2001
In Portugal
15- 00 h fahren wir in den Rio Guadiana ein, das ist der große Grenzfluß zwischen Spanien und Portugal. Der Hafen in Ayamonte (Spanien) ist voll und so ankern wir, wie noch 5 andere Segelyachten im Fluß auf der portugiesischen Seite.
Am nächsten Tag, dem Samstag, bekommen wir einen Liegeplatz in Portugal. Am Wartepier dachten wir, es wird hoher Besuch erwartet, denn es waren Fender befestigt und ein Teppich auf dem Pier ausgelegt. Außerdem noch ein ganz freundlicher Empfang durch den Marinero, der uns beim Festmachen hilft. Das Büro sollte um 10 h öffnen und ich warte und warte...
Ich hatte vollkommen übersehen, dass Portugal eine andere Zeitzone hat und die Uhr eine Stunde zurückgestellt werden muß.
Nun verstehe ich auch wieder nicht viel, da sich portugiesisch stärker vom spanischen unterscheidet als ich dachte. Macht nichts, das Englische kommt glaube ich sowieso besser an als das Spanisch.
Für nachmittags bestellen wir uns ein Mietauto, was auch prompt in den Hafen gebracht wird. Und auf geht es mit dem Renault Clio nach Faro. Dort wollen wir 22- 00 h die Dresdnerin Christa Jonas (Rentnerin, 63) abholen, die durch die "SZ" auf uns gestoßen ist und nun ernst macht. Sie wird uns nach Sevilla begleiten. Alles geht klar; das Flugzeug landet pünktlich und wir fahren die 55 km zurück nach Santo Antonio.
Der Sonntag bringt uns in das Landesinnere mit unserem Mietauto. (Es wurde nicht über Nacht geklaut, wie auf Mallorca.)
Zuerst fahren wir am Ufer des Rio Guadiana über die alte maurische Festung Castro Marin 30 km hoch bis nach Alcutim und sind erstaunt über die herrlichen Ankerplätze, die von 15 Yachten genutzt werden. Unterwegs entdecken wir noch reife Feigen und Weintrauben. Weiter über Mértola geht es durch die heißen Berge. Unser Auto hat keine Klimaanlage, aber die herrliche hüglige Landschaft bis 500 m hoch entschädigt uns für die Schweißtropfen. In der Serra Alcaria do Cume entdecken wir ausgedehnte Korkeichenwälder, deren Rinde für die Weinkenner so wichtig ist. Nach dem Vergnügen des Landausfluges müssen wir natürlich auch an den Proviant an Bord denken und gehen abends noch in den LIDL, der übrigens täglich (auch Sonntags) von 08.00 – 22.00 Uhr geöffnet hat.
An unserem Steg entdecke ich noch die Aluyacht "Aventura Trois" - London, eine Sonata Ovni 43, von Jimmy Cornell. Das ist der englische Weltumsegler, der die ARC als beliebteste Fahrtenseglerregatta 1984 ins Leben gerufen hat und mit der wir am 25.November gemeinsam mit 225 Yachten von den Kanarischen Inseln nach St. Lucia in die Karibik starten.
Gleichzeitig lernen wir noch Steward Smith aus Newport (Wales) mit seiner "Eleonore Rose" kennen, der bereits beim Global- Challenge (The world´s toughest yacht race!) auf einer 67 Fuß- Raceyacht (ca. 25.000 sm in 150 Tagen) um den Erdball gerast ist. Ein Platz auf so einer Yacht kostet 28.000 Pfund, aber Steward ist als einfacher Stahlwerker von seiner Firma gesponsert worden. Er leiht uns noch die fehlende Seekarte und das Hafenhandbuch für die Fahrt nach Sevilla, da ich diese bisher nirgends kaufen konnte.
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