Reisebericht vom 09.05.2001
Wechsel-Winde
Zehn anstrengende Stunden liegen hinter uns. Wir liegen im Hafen von Porto Torres, der "Marina Cormoran" und sind froh über diesen grossen Schlag heute. Immerhin war die Strecke bis hierher 56 sm lang. Zum Glück wehte der Wind heute endlich aus Osten und wir konnten mit achterlichem Wind die Hälfte der Strecke segeln. Wir brausten nur so mit 7 Knoten vor dem Wind dahin und mussten nach einigen Stunden dass Groß einholen und nur noch mit gereffter Genua segeln. Die See war wiedermal ziemlich wild, aber unsere "dicke Berta" nahm die hohen Wellen mit Bravour und wir beiden wussten wiedereinmal, dass Segeln einfach schön ist und wir es lieben, wenn uns der Wind um die Nase weht und unser Schiff mit Wind und Wellen eins ist.
Allerdings blieb die Küche wieder mal kalt. Gegen den Hunger mussten Pudding und kalte Würstchen helfen.
Wie von Geisterhand hörte plötzlich um 16.15 Uhr der Wind auf und wir mussten den Motor anschmeißen. Gleich fing das Schiff mächtig an zu schaukeln, denn unter Segeln läuft es wesentlich ruhiger.
Um 17.30 Uhr kam dann wieder ein wenig Wind auf und wir hätten mit halbem Wind noch langsam segeln können (Windstärke 2- 3), aber inzwischen waren wir so hungrig, dass wir nur schnell in die nächste Pizzeria wollten. Torres konnte man schon in der Ferne erkennen, aber es dauerte dann doch noch bis 19 Uhr, ehe wir endlich hier in der Marina festgemacht hatten.
Eigentlich wollten wir im Handelshafen anlegen, wo es wahrscheinlich nichts kostet, aber diese Plätze gibt es nicht mehr, dafür ist die Marina da.
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