Reisebericht vom 30.05.2002
Papeete auf Tahiti
Nun sind wir also in der legendären Südsee am anderen Ende der Welt und können es selbst kaum fassen. Bei euch zu Hause ist es immer schon 11 Stunden später und die Tage sind schon richtig lang. Bei uns geht pünktlich um 18 Uhr jeden Tag die Sonne unter und morgens um 6 Uhr wieder auf. Das Gleichmass der Natur prägt auch die Menschen hier.
Seit 10 Uhr liegen wir hier an diesem schönen Ankerplatz vor Papeete und geniessen das Südseeflair. Ganz aufgeregt machten wir kurz nach dem Ankern unser Dingi fertig, um die Stadt unsicher zu machen. Dazu ging es mit dem öffentlichen Bus – einem sehr originellen, wenn auch etwas wackeligem Gefährt, für 120 pazifische France (1 US$) pro Person ins Zentrum. Man stelle sich einen überlangen Pritschen- LKW vor, auf dem drei Reihen Holzbänke gebaut, wurden dazu ein Dach. Hier mussten wir als Erstes einklarieren, was völlig problemlos war. Wir brauchen als EU- Bürger keinen Bond in Höhe des Preises eines Heimflugtickets hinterlegen und können erst mal 3 Monate bleiben. Dabei bekamen wir vom hiesigen Zoll noch einen Dieselschein, der uns in die Lage versetzt, den Diesel hier für den halben Preis zu kaufen als Yacht im Transit und das ist bei den hohen Preisen hier nicht unerheblich. (1 l Diesel = 105 Polyn. France, 1 € = 120 France)
Das ist die erste schöne, saubere und ordentliche Stadt (ein typisch deutscher Anspruch!), die wir seit langem gesehen haben. Es ist wunderschön hier und das angenehme Klima und die wirklich schönen Menschen tun das Ihre dazu. Fast jeder zweite Polynesier egal ob Frau oder Mann trägt eine Blüte hinterm Ohr, das sieht bezaubernd aus und spiegelt etwas von dem hiesigen Lebensgefühl der Leute wider. Viele Männer, aber auch Frauen, sind hier tatooiert. Das passt hierher und sieht interessant aus. Gestern sahen wir einen jungen Mann, dessen ganzes Gesicht tatooiert war und sicherlich noch mehr, was man nicht sehen konnte. Es scheint, als würden hier sehr viele Franzosen leben und arbeiten. Sonst sieht man kaum Touristen, es sei denn, eins von den vielen Traumschiffen hat gerade hier festgemacht.
Auf Tahiti bzw. den Gesellschafts- Inseln (Moorea, Raiatea und Bora- Bora) werden wir bis zum 6.Juni bleiben und dann geht es weiter Richtung Cook Inseln, Niue, Tonga, Fiji, Vanuatu und über Neukaledonien nach Australien. Am 31. Juli wollen wir dann Cairns in Australien erreicht haben und dort ein bisschen bleiben. Wir haben uns vorgenommen, mit einem Überlandbus ins Outback zu fahren bis Alice Springs und uns den sagenhaften Ayers Rock anzusehen.
Hier ist nach 14.000 Seemeilen seit dem Start in Tunesien vor 15 Monaten so etwas wie Bergfest bei unserer Weltumsegelung. Mit dem Jahr davor im Mittelmeer haben wir mit der „SUMMERTIME“ inzwischen über 20.000 sm zurückgelegt.
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Reiseroute
Reiseberichte - Marquesas & Tahiti
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