Reisebericht vom 23.11.2002 

Lumut, Malaysia 

Ein unruhiger Ankerplatz als Zwischenstopp während der letzten Nacht war nicht zu umgehen, da zu viele Fischer ohne Licht unterwegs sind oder zu zweit mit einem Schleppnetz fischen. Die gesamte Küste ist sehr flach, so dass wir nur ein Stück näher an das Ufer fahren und bei 8 m Wassertiefe den Anker fallen lassen.

Durch den Südkanal geht es zwischen dem Pangkor Island und dem Festland vorbei an der größten Marine Basis vom Malaysia. Besonders die dicken dunkelgrauen U-  Boote sehen irgendwie unheimlich aus. Ich zähle rund 50 Kriegsschiffe – recht viel für so ein kleines Land wie Malaysia, aber vielleicht gab es diese im Dreierpack günstiger auf dem Weltmarkt.

Ein Meile noch den lehmig trüben Dinding River hoch und dann sind wir am Yacht Club. Hier können wir beruhigt das Schiff liegen lassen, um nach Kuala Lumpur zu fahren. Der Yacht Club kostet alles inklusive für eine Woche 65 €. Der klimatisierte Bus bringt uns für 4 € pro Person nach KL. Im Bus war es so kalt , dass sich Sabine eine dolle Erkältung zugezogen hat. Auf der 4-  stündigen Fahrt konnten wir allerhand von Malaysia sehen, eine wunderbar grüne üppige Landschaft, prächtige Häuser und ärmliche Hütten, indische und chinesische Tempel neben muslimischen Moscheen und christlichen Kirchen. Es ist so erstaunlich, wie friedlich die Menschen verschiedener Glaubensrichtungen hier nebeneinander leben und sich tolerieren. Als mit eiserner Hand in der ehemaligen Sowjetunion oder Yugoslawien regiert wurde, gab es auch keine so militanten etnischen Konflikte zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Im Supermarkt zum Beispiel ist alles für Ramadan, Christmas und die indischen Deepavali Feiertage zu haben. Allerdings gibt es hier auch eine Religionspolizei, die aufpasst, dass sich die verschiedenen Glaubensrichtungen nicht vermischen. Vergehen können sogar mit Gefängnis bestraft werden. Es gibt praktisch keine Mischehen und Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit, wie küssen, werden mit Geldstrafen geahndet.

Jedenfalls sind wir als durchreisende Gäste nicht lange genug hier, um alles zu erfahren oder um uns ein pauschales Urteil zu erlauben.

Wir holen als erstes im Sony Centre unsere Videokamera von der Reparatur ab. Der Kamera bekommt die hohe Luftfeuchtigkeit und der häufige Gebrauch nicht so gut. Bis nächsten Sommer muss sie einfach durchhalten, denn eine neue ist nicht in der Bordkasse drin. Die Reparatur war aber pünktlich fertig und sehr preiswert, so dass ich etwas von der Atmosphäre in KL einfangen kann. Wir übernachten in einem Hotel in Chinatown, sind gleich mittendrin im wirklichen Leben und sind auch gleich am berühmten „Nightmarket“. Auf einer abends gesperrten Straße werden ab 17 h Hunderte Stände aufgebaut.

Fahrende Imbissstände und fliegende Händler bieten alles was Rang und Namen hat als Raubkopie an. Feilschen und Handeln muss sein und gehört hier einfach dazu. Normalerweise fängt der Verkäufer beim 4-  fachen Preis an. Die Rolex gibt es zum Beispiel schon ab 5 €uro -   „Goldene“ Automatikausführungen kosten 25 €. Es sind Kuli´s von Mont Blanc, Poloshirts von Hugo Boss und Lacoste, Levis-  Jean´s, Zippofeuerzeuge, Parfüm von Calvin Klein, Gürtel, Handtaschen von Gucci, alle Arten von aktueller Software (je 2 €), DVD´s (1 €), Music CD`s unter anderem zu haben. Die Händler sind mit ihren Handfunkgeräten in Kontakt, falls doch einmal Polizei kommt, sind die Händler weg und es sind nur die leeren CD-  Hüllen für die Software auf dem Tisch mit einer großen Decke zugedeckt. Beim Filmen mit der Videokamera sind einige Händler nicht begeistert. Der Nightmarket ist sehr gut besucht und wahre Menschenströme drängeln sich an den zahlreichen Verkaufsständen durch. Wir haben uns für wenig Geld einige DVD´s und ein Programm für den Computer gekauft, damit wir diese auch abspielen können. Nun ist es doch tatsächlich für uns möglich, Movies im Computer anzusehen. Als erstes haben wir uns „Harry Potter und the Chamber of Secrets“ angesehen. Natürlich alles in englisch und lustigerweise mit chinesischen und malayischen Untertiteln. Der nächste Movie ist der neueste James Bond Film. Unvorstellbar, dass man hier schon die Kopien kaufen kann, wenn die Filme noch nicht einmal im Kino angelaufen sind. „Harry Potter 2“ läuft z.B. erst seit dem 16.11. hier in den Kinos und James Bond seit letzter Woche.

Am nächsten Tag wollen wir auf die Skybridge in 180 m Höhe, welche die beiden Türme des Petronas Twin Tower, dem mit 452 m höchsten Gebäude der Welt, verbindet. Das faszinierende Bauwerk hat eine Fassade aus Edelstahl und Glas, mit dem der Petronas Ölkonzern vermutlich seinen Reichtum dokumentieren will. In einer nur 2-  jährigen Bauzeit wurde dieses Gebäude mit unter anderem 5.400 PKW-  Stellplätzen errichtet – eine grandiose Leistung. Wir holen uns am frühen Morgen gleich einen Besichtigungstermin. Es werden jeden Tag nur eine begrenzte Anzahl von Personen für 10 Minuten auf die Skybridge gelassen. Wir haben Glück und bekommen 11.45 h als Besuchszeit. Weiträumig darf kein Auto länger als eine Minute zum Halten stehen bleiben. Die Sicherheitsmaßnahmen sind wie auf einem Flughafen. Im EG sind Sicherheitskräfte mit Maschinengewehren und sogar die kleine Videokamera wird durchleuchtet. Und unglaublich -   das alles ist für uns kostenlos.

Kuala Lumpur ist echt den Ausflug wert.


 


Reiseroute

 


Reiseberichte - Malaysia

 
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» 15.11.2002 - Port Dickson, Malaysia
» 17.11.2002 - Port Dickson, Malaysia
» 21.11.2002 - Port Klang, Malaysia
» 23.11.2002 - Lumut, Malaysia
» 01.12.2002 - Pulau Talang, Malaysia
» 02.12.2002 - Georgetown, Malaysia
» 06.12.2002 - Langkawi, Malaysia
 
 
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