Reisebericht vom 04.11.2002
Johor Strait, Republic of Singapore
Wir passieren nachts die Selat Durian, in der mehrere Leuchtfeuer gerade Urlaub haben und kommen im Morgengrauen schon relativ weit westlich in das Verkehrstrennungsgebiet der Singapore Strait. Diese Wasserstraße gehört zu den meistbefahrensten der Welt. Die Ozeanriesen kommen wie auf einer Kette aufgefädelt mit ca. 12 kn in einem Abstand von 3- 4 sm. Wir queren rechtwinklig mit Vollgas diese Zone und es ist wirklich der Wahnsinn, wie schnell diese schwimmenden Hochhäuser näherkommen. Die Strömung nimmt uns mit und wir können bereits die Hafenanlagen und die Silhouette von der City mit den gewaltigen Wolkenkratzern erkennen. Ehrgeizige Hafenerweiterungen sind abweichend zu unserer Seekarte zu erkennen. Riesige Flächen werden aufgefüllt und dem Meer abgerungen.
Über Kanal 77 (24 h dienstbereit) melden wir uns in der Raffles Marina an. Sie wurde nach Sir Stamford Raffle, dem Gründer von Singapur, genannt. Die zentrale Lage von Singapur und der Status als Freihandelszone ließen hier die „Schweiz Asien´s“ entstehen.
Hier in der Marina kostet ein Tag für unser 42 Fuß- Schiff ca. 15 €uro, bisher das beste Preis –Leistungsverhältnis weltweit. Es wird Service ohne Ende geboten - 24 h Security, früh kommt die Tageszeitung gratis an Bord, 10- mal täglich freier Shuttle- Bus in die City und zurück, riesiger Swimmingpool und Duschen mit marinaeigenen Hand- und Badetüchern, Fitnesscenter, Schiffsausrüster, Tennisplatz, Kino, Bowlingbahn, Internet, Gasfüllservice und Dieseltankstelle (0,34 €/l).
Jeden Tag sind 33°C und es regnet fast immer nachmittags.
Alles ist blitzsauber!!
Apropos Sauberkeit: wir staunen, wie sich fast 4 Millionen Einwohner (75 % Chinesen) reglementieren lassen. Es liegt nirgends Müll herum, nicht eine Wand ist vollgeschmiert. Rauchen, Essen oder Trinken ist in allen öffentlichen Bahnhöfen und Gebäuden, wie Einkaufzentren, Büros sowie in allen Verkehrmitteln verboten. Hier kann man übrigens die teuersten Zigaretten weltweit rauchen (Strafe 550 €), wenn man gegen das Rauchverbot verstößt. Auch die anderen Strafen sind gepfeffert: Essen oder Trinken, auf den Fußboden spuken, Blumen abbrechen, Abfall wegwerfen - mit 270- 550 € ist man dabei, wenn man erwischt wird. Alle halten sich an diese Gesetze. Auf Rauschgiftschmuggel oder die Herstellung von Rauschgift wird die Todesstrafe vollstreckt. Nirgends ist allerdings uniformierte Polizei zu sehen.
Übrigens verlangt die Immigration als erstes, bevor der Stempel im Pass landet, einen „Crew Security Bond“ (Zahlungsverpflichtungserklärung) des Skippers über 800 €, falls das Schiff oder die vollzählige Crew nicht innerhalb von 14 Tagen Singapur wieder verlassen hat. Keiner kommt auf das Schiff zum Kontrollieren.
Diese High- Tec Millionenstadt ist wahnsinnig geschäftstüchtig. Hier kommen die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen offensichtlich gut miteinander aus. Die historischen Viertel wie Chinatown, Little India und Little Arabia sind besondere Anziehungspunkte. Viele Schilder sind in vier Sprachen (Englisch, Chinesisch, Indisch und Malay), wobei das Singlish (Singapur Englisch) die offizielle Geschäftssprache ist. Es gibt Zeitungen, Fernsehen und Rundfunk in den verschiedenen Sprachen. Jeder ab 10 Jahren hat praktisch auch ein Handy und es wird überall wie wild telephoniert.
Mit 3 % Mehrwertsteuer hat sich Singapur zum Einkaufsparadies entwickelt. Ab 2003 sollen es 5 % werden. Fast alles ist klimatisiert. Das Verkehrssystem ist grandios organisiert. Allein in der City habe ich 80 Shoppingzentren gezählt. Alle Läden sind vermietet. Im Suntec Tower sind zum Beispiel mehr als 200 Geschäfte und 20 Restaurants. Es gibt alles, man muss nur wissen wo. Der Sim Lim Tower ist voller Elektronik, der Sim Lim Square mit Computertechnik. Alle Shoppingzentren haben 365 Tage im Jahr von 10- 22 Uhr geöffnet, wobei die einzelnen Läden oder Restaurants teilweise individuelle Öffnungszeiten haben. An den Wochenenden und abends gehen die Einwohner von Singapur shoppen. Konsum wird ganz groß geschrieben. Jetzt werden bereits riesige Weihnachtsbäume und Dekorationen aufgebaut. Es stehen selten Preise an den teuren Waren, über alles wird gefeilscht und gehandelt. Nach drei Tagen haben wir den Kaufrausch überwunden und eigentlich die Nase voll.
Die preiswerte Metro fährt aller 3- 8 min. Sie verbindet die City mit den Wolkenkratzern und die zahllosen Wohngebiete (alle im Plattenbaustil) der Insel schnell und ohne Stau. Privatautos und Motorräder müssen nach einem ausgeklügeltem System eine Straßenbenutzungsgebühr in der City bezahlen. Taxifahren ist preiswert. Viele haben kein eigenes Auto. Es gibt unter anderem einen tollen Zoo und einen einmaligen Vogelpark.
Die Welt ist groß, also geht es am Mittwoch zum Ausklarieren (Kosten: 16 € Port Authority und 28 € Immigration), und am Donnerstag (14.11.2002) weiter in das angrenzende Malaysia. Das Boot ist klar, Proviant wurde gebunkert.
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Reiseroute
Reiseberichte - Malaysia
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