Reisebericht vom 24.06.2001
Vergitterte Hippiehöhlen auf Menorca !
Früh heißt es "Anker auf" und nach Mahon zum Einkaufen (Seeluft macht hungrig !) und zur Stadtbesichtigung.
Die Ausflugsboote haben abgelegt und wir machen am Stadtpier fest. Im Hafenplanbuch ist dieser Pier als öffentlicher Stadtpier ausgewiesen und es steht auch sonst kein Schild, welches etwas anderes mitzuteilen weiß. Wir sind kaum da, kommt die Portpolice und schickt uns in die teure Privatmarina. Wir müssen ablegen und dürfen nicht einmal eine Stunde bleiben. Vielleicht gehört die Marina dem Bruder des Polizisten ??!
Sabine und ich kurven also fast eine Stunde durch den fjordähnlichen Naturhafen. Irgendwann erkennen wir das verzweifelte Winken unserer Mitsegler am Pier. Aufgrund der guten Führung werden Wolfram, Gudrun und Markus wieder an Bord genommen und es geht los Richtung Westen zur Cala Covas. In dieser Bucht mit den prähistorischen Wohnhöhlen in luftiger Höhe hatten sich Hipies eingenistet. Die kleine Bucht ist voll mit 10 Schiffen und von weitem sehen wir schon, dass die Inselregierung die Höhleneingänge vergittern ließ, um die Hippies loszuwerden.
Sicherlich ließen diese sich nicht so gut ausnehmen (keine Steuern und Miete), wie Touristen oder die zahlreichen Immobilienkäufer aus dem Ausland. Durch den hohen Pfundkurs sind die Käufer Nummer 1 auf den Balearen die Engländer und nicht die Deutschen. Die Zeit läuft und bald gibt es den Euro, so dass manch einer vielleicht ein Problem mit dem "dunklen" Geld hat. In Spanien müssen Grundstückskaufverträge nicht zwingend bei einem Notar unterzeichnet werden wie in Deutschland. Anders kann ich mir die irren Preise von 5.000 DM/qm Wohnflächen für überwiegend billig gebaute Immobilien (vorwiegend Skelettbauweise auf frostfreiem Baugrund und 24- er Außenwände ohne Außendämmung)nicht erklären. Durch den Touristen- und Bauboom soll es hier Vollbeschäftigung geben und keine Arbeitslosen. Jeder Afrikaner bekommt auf der Baustelle oder beim Straßenbau einen Job.
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