Reisebericht vom 19.09.2002 

Thursday Island, Torres Strait 

Durch die Flinders Passage zwischen Horn Island und Wednesday Island gelangen wir zu unserem Ankerplatz. Der Wind weht frisch mit mehr als 20 kn und dazu kommt die starke Gezeitenströmung mit bis zu 7 kn. Da können wir mit unserem Dingi nicht an Land. Wenn uns hier keiner abholt, sind wir gefangen auf der „SUMMERTIME“. Wir bleiben diesen Abend an Bord und genießen die Rindersteaks von Jim. Es gibt Grund zum Feiern, denn genau hier haben wir 11.111 sm in diesem Jahr zurückgelegt.

Am nächsten Morgen pfeift der Wind inzwischen mit 25 kn. Wir winken, aber keiner nimmt uns mit (Freitag, der 13. ?!) und so rufen wir schließlich über Kanal 16 ein Wassertaxi, was aber auch seine Schwierigkeiten hat, uns zu übernehmen. Wir melden uns pflichtgemäß bei Costums und bekommen einen genauen Tidenplan mit Richtung und den Strömungsgeschwindigkeiten. Da wir erst morgen früh auszulaufen wollen, haben wir Zeit, die schöne Insel zu durchstreifen. Auf den Inseln der Torres Strait wohnen nicht nur Aborigines sondern auch andere Völkergruppen aus Melanesien. Willy, ein einheimischer Fischer, zeigt uns stolz seine Riesenschildkröte, die er heute nacht gefangen hat. Das gibt abends den großen Familienschmaus und der Erdofen mit glühenden Steinen zum Garen der Schildkröte wird vorbereitet. Es ist hier den Einheimischen erlaubt, Schildkröten und sogar Seekühe zum persönlichen Verzehr zu fangen, allerdings nicht zum Verkaufen. Schildkrötenpanzer liegen hier auf dem Müll; zwei Dugonschädel (von Seekühen) sind am Baum angenagelt. Für das nächste Fest werden für den Tanz Pfeile, Bögen und Kopfschmuck gefertigt.

Samstag, 14.9.02, 07-  40 h Anker auf und mit 9,5 kn geht es durch die Passage von Good Island gen Westen in den Indischen Ozean. 20-  00 h ist der Wind bei Windstärke 7 und ich habe erstmals mit einer Gruppe von deutschen Seglern über SSS-  Funk Kontakt, die genau zur gleichen Zeit wie wir durch das Rote Meer wollen. Aufgrund der Piratengefahr speziell im Golf von Aden empfiehlt es sich, im Konvoi zu fahren. Die Versicherungen verweigern nicht umsonst im Roten Meer jegliche Gefahrendeckung. Vorher wird aber zusammen in Phuket (Thailand) Weihnachten und Silvester gefeiert. Wir sind sozusagen die Nachzügler, da die anderen Segler bereits in Singapur, Thailand und Malaysia sind.


 


Reiseroute

 


Reiseberichte - Australien

 
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