Reisebericht vom 06.09.2002 

Lizzard Island 

Der Wecker klingelt 06-  00 Uhr und eine Stunde später nehmen uns schon Südostpassat und Strömung Richtung Norden mit. Durch das Außenriff steht fast keine Welle, so dass wir mit wenig Wind gut voran kommen. Nachmittags besuchen uns mehrere Delfine und Jane kann es nicht fassen. Sie sieht das erste Mal in ihrem Leben Delfine so wunderbar nah vor dem Bug eines Schiffes spielen.

Kurz vor Sonnenuntergang ankern wir in der Bucht mit der Ruine des Watson Hauses. Es ist einer der schönsten Ankerplätze Richtung Cap York und so wundert es uns nicht, dass hier bereits 27 Yachten vor Anker liegen. Auf der Insel befindet sich die angeblich exklusivste Lodge des Great Barrier Reefs. Da es hier keine Haie, giftige Quallen und Krokodile gibt, dafür aber Korallenbänke zum Schnorcheln und einen herrlichen Sandstrand mit wunderbar blauem Wasser, ist es nicht erstaunlich, dass eine Logde (Bungalow mit Terrasse) etwa 500 € pro Nacht kosten soll. Alles ist abgesperrt und nur für Hausgäste. Der Rest der Insel ist Marine National Park und steht unter Naturschutz. Wir wandern quer über die Insel zur menschenleeren Lagune und gehen baden. Dabei taucht eine große Schildkröte auf und schaut nach dem Rechten. Vermutlich habe ich sie erschreckt, denn ich vergaß meine Badehose mitzunehmen. Auf dem Rückweg sieht Jane noch eine große fast einen Meter lange Eidechse, die der Insel den Namen gab. Der Himmel ist bedeckt und es fängt an, zu nieseln. Der 330 m hohe Cook Outlook ist in den Wolken verschwunden und wir beschließen, hier noch einen Tag zu bleiben.

Es geht zurück zur „SUMMERTIME“ und zwischenzeitlich hat neben uns ein Fischerboot mit 3 Tini´s (kleine Aluboote) im Schlepp geankert. Wir meinen sofort einstimmig, frischer Fisch zum Dinner wäre nicht schlecht. Also gehen wir längsseits. Natürlich freuen sich die 7 Fischer über Damenbesuch, das kommt sicherlich sehr selten vor und starke Arme helfen Sabine und Jane an Bord. Ich darf auch mit, muss allerdings ohne Hilfe hochklettern. Was wollt ihr trinken, werden wir sofort gefragt. Fisch – kein Problem!! Stolz zeigen sie uns ihr Fischerboot und die lebenden Coral Trouts, bestimmt als Delikatesse für Hongkong. Ein großer Fisch soll dort bis zu 150 US$ kosten, sagen sie. Sie hatten einen Superfang und haben daraufhin schon einen kleinen genommen – auch der Joint fehlt nicht. Die Fische werden einzeln an den Korallenbänken mit der Leine von den Tini´s aus geangelt, in abgekühltem Wasser bis nach Cooktown transportiert und dort auf LKW´s verladen. Bei der morgigen Fischübergabe gibt es „Cash“, anteilig für jeden Fischer und je nachdem wie viele Kilogramm er gefangen hat. Im Dunkeln geht es zur SUMMERTIME zum Dinner. Geld haben die Fischer nicht angenommen und wir beschließen, uns mit einem frischgebackenem Kuchen zu revanchieren. Am nächsten Morgen sind sie schon weg und für uns geht es ebenfalls nach dem Mittag weiter. 200 sm Richtung Norden. 
 
 


Reiseroute

 


Reiseberichte - Australien

 
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