Reisebericht vom 05.09.2002
Cooktown
In diese Einfahrt können wir nur dank unseres geringen Tiefganges von 1,65 m und höchstens 3 h vor oder nach Niedrigwasser einlaufen. Da jetzt fast Neumond ist, muss ich mit 2,6 m Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser rechnen. Der Fluss bringt bei starken Regenfällen in der Regenzeit (Wet Season ist von Dezember bis April) unheimlich viel Schwemmsand mit. Natürlich ist unter diesen Bedingungen eine Lageskizze der Ankerbucht in einem drei Jahre altem Cruisingguide – aktuellste Ausgabe - nur eingeschränkt verwendbar. Ich drehe zwei Runden in der Bucht und lote die Tiefen der Sandbänke aus, bis ich endlich meine, einen sicheren Ankerplatz gefunden zu haben. Es sind nur noch vier andere Segler hier vor Anker. Im Dingi geht es nach Cooktown an Land. Die - im wahrsten Sinne des Wortes – Goldenen Zeiten - sind lange vorbei. Nach den Goldfunden im Jahre 1873 lebten hier bis zu 35.000 Menschen die meisten davon natürlich Glücksritter. Mehr als die Hälfte der Einwohner sprachen chinesisch und es gab 65 PUB´s. Heute sind nur noch 4 PUB´s für die gerade mal 1.000 Einwohner da. Es ist für uns etwas erstaunlich, wie viele Aborigines hier bereits vormittags bei 30 ° C im Schatten dem Alkohol zusprechen. Es war und ist sicherlich schwierig, die Probleme zwischen Ureinwohnern und Siedlern in den Griff zu bekommen. Viele der Ureinwohner wurden von den Siedlern mit Waffengewalt vertrieben. Eine leider unrühmliche Vergangenheit während der Besiedelung durch die Europäer, ähnlich der Indianer in Nordamerika. Erst 1976 wurde den Ureinwohnern teilweise umliegendes Stammesland, speziell im Norden, zurückgegeben und 1994 hat der oberste Gerichtshof, einem Abo- Stamm auf den Torres Islands mit einem richtweisenden Urteil, erstmals den Rechtsanspruch der Aborigines auf das Land ihrer Väter bestätigt. Im Grundbesitzgesetz von 1788 wurde gesagt, dass alles Land „leeres Land“ ist und die Ureinwohner keinerlei Ansprüche auf Land haben.
Eine der vielen Tragödien aus der Geschichte der Besiedlung ist die der Mrs. Watson. Ihr Grab ist in Cooktown und die zwei Seiten der Geschichte sind in dem übrigens sehr interessantem „James Cook Museum“ aufgeschrieben. Als Frau eines Seegurkenfischers, beche- de- mer- fisherman, lebte sie zeitweise mit ihrem Baby und zwei chinesischen Dienern in einem kleinen Fischerhaus auf Lizzard Island. Mr. Watson war fischen und im September 1881 griffen die Aborigines das Haus an und ein Diener wurde durch einen Speer getötet. Daraufhin floh Mrs. Watson, mit ihrem Sohn und einem Diener in einem Wassertank von der Insel, aber ohne ausreichendes Trinkwasser. Sie landeten auf einer wasserlosen Insel der Howick Group und wurden dort 3 Monate später verdurstet aufgefunden. Auf der anschließenden Strafexpedition der aufgebrachten Siedler sollen 150 Aborigines getötet worden sein.
Von den Aborigines wird die Geschichte ergänzend dargestellt. Lizzard Island war für sie eine heilige Insel, die nur für heilige Zeremonien aufgesucht wurde. Bei so einem Besuch fanden die „Abo´s“ Mrs. Watson auf der Insel vor und forderten sie auf, diese Insel zu verlassen. Keiner konnte des anderen Sprache verstehen. Ein chinesischer Diener griff zur Schusswaffe und wurde daraufhin durch einen Speer der „Abo´s“ getötet.
Selbstverständlich gibt es hier noch eine alte Kanone neben dem James Cook Denkmal und ein schönes historisches Bankgebäude, eben wie vor 100 Jahren. Glücklicherweise entdecken wir auch den abseits gelegenen Supermarkt mit einem gutem Angebot.
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