Reisebericht vom 17.04.2003 

Hurghada, Ägypten 

Das Schiff ist geputzt und es ist große Freude angesagt. Unsere Tochter Susanne kommt heute mit Sabine auf dem Flughafen in Hurghada an und bleibt über Ostern. Es gibt viel zu erzählen.

Karfreitag sind wir vom polnischen Kapitän Janusz der „HARPOONER“, einem ehemaligen norwegischem Walfänger aus dem Jahr 1912, zum Tauchen eingeladen.

Samstag fahren wir mit Janusz in einem Mietauto die 350 km nach Luxor. Es ist leider nicht möglich, allein dorthin zu fahren, denn alle schwerbewaffneten Polizeiposten verweigern uns die Weiterfahrt. Ausländern ist nur die Fahrt im Polizeikonvoi erlaubt und der gestaltet sich dann als kleine Wettfahrt. Obwohl 80 km/h die Höchstgeschwindigkeit für Busse ist, fährt das erste Polizeiauto schon mal 120 und dann nutzen die Busse den 30 m Sicherheitsabstand, um sich untereinander laut hupend zu überholen. Das sind die wahren Risiken einer Weltumsegelung.

Ostersonntag geht es mit dem Linienbus für 8,50 € in das 450 km entfernte Kairo. Wir sind von Nafea Anwar, einem Motorenspezialisten der Marina, zu seiner Familie eingeladen. Wir werden der gesamten Familie vorgestellt. Seine Frau Nanni hat zur Begrüßung ein echt ägyptisches Essen zubereitet. Es ist so viel, dass wir von jedem nur kosten können. Anschließend fahren wir mit 7 Personen im Lada-  Niva zu den Pyramiden. Die sind leider ab 17 h nur noch per Kamel, Pferd oder Esel zu besichtigen; wir wollen nicht reiten und verschieben das also auf den nächsten Tag. Der Autoverkehr in der größten Stadt Afrikas mit 18 Millionen Einwohnern ist schon gewaltig und laut. Nach Kairo kommen jeden Tag etwa 1.000 neue Einwohner. Das bringt natürlich enorme Probleme mit sich und dem entsprechend sind um die Stadt große Brettersiedlungen entstanden, wo ganze Familien in einem Raum wohnen müssen. Jeder zweite Ägypter über 15 Jahre kann nicht lesen und schreiben.

Obwohl wir bei Nafeas Familie hätten schlafen können, suchen wir uns ein günstiges Hotel in der Nähe des Ägyptischen Museums, denn das wollen wir auf jeden Fall besuchen. Strengste Sicherheitskontrollen sind angesagt. Zweimal müssen wir durch eine Kontrolle und alle Taschen werden durchleuchtet. Mein Taschenmesser muss ich extra deponieren, obwohl in und um das Museum eine ganze Hundertschaft mit Maschinenpistolen vertreten ist, aber was ist das schon gegen ein Schweizer Messer.

Zurück nach EL GOUNA fahren wir mit Nafea im Lada. Nun bereiten wir uns für den Golf von Suez vor und warten auf das nächste Wetterfenster. Wir klarieren selbst aus. Der Agent von „Fantasia“ verlangt 130 US$ für das Ein und Ausklarieren. Wir haben Zeit und die brauchen wir auch bei den Behörden, so sparen wir aber mehr als 50 US$. Im Port of Entry spricht kaum jemand englisch. Wir begleichen noch unsere Rechnung in der ABU TIG MARINA, wo wir als Fahrtensegler für eine Pauschale von 168 US$ plus Wasser und Strom einen Monat liegen können. Ein günstiges Angebot.

Montag, den 28.04.03, machen wir 10-  00 h die Leinen los Richtung Suezkanal. Wir passieren den Tawila Channel, erreichen die Strait of Gubal und damit das Verkehrstrennungsgebiet im Golf von Suez. Der Wetterbericht hat 10-  15 kn aus NW angesagt, aber der Wind nimmt ständig zu und bei 25 kn auf die Nase und Welle kommen wir kaum noch voran. Wir steuern den nächsten möglichen Ankerplatz an. Es riecht nach Öl durch die vielen Ölplattformen.


 


Reiseroute

 


Reiseberichte - Ägypten

 
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» 03.04.2003 - Hurghada, Ägypten
» 04.04.2003 - Hurghada, Ägypten
» 17.04.2003 - Hurghada, Ägypten
 
 
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