Madeira 

Land und Leute 

Die portugiesische Inselgruppe Madeira inmitten des Atlantischen Ozeans -   eine Perle der Natur.

Madeira ist eines der letzten wilden Paradiese Europas. Die Vulkaninsel im Atlantik besticht durch ihre beeindruckende Vegetation -   ihre Blütenpracht und ihre uralten Lorbeerwälder.

Ebenso wie die übrigen Inselgruppen im Atlantik hat sich auch Madeira durch Vulkanismus gebildet. Zwei riesige feuerspeiende Berge sind über Jahrmillionen unter der Wasseroberfläche gewachsen. Im mittleren Tertiär begannen sie, langsam über dem Meeresspiegel aufzutauchen: Die "Blumeninsel" Madeira westlich der Küste Nordafrikas war entstanden. Tief eingeschnittene Täler und steile Felshänge charakterisieren die Landschaft des Naturparadieses.

In der Mitte des Dorados erhebt sich ein gewaltiges Bergmassiv, das bis auf 1.800 Meter ansteigt. Der Gebirgszug trennt das Eiland in zwei Hälften: die südliche und nördliche. Funchal, die Hauptstadt Madeiras, liegt an der Südküste. Sie ist auch Sitz der Regionalregierung. Seit 1976 besitzt die Insel eine innere Autonomie mit weitreichenden Selbstverwaltungsrechten.

Von den insgesamt etwa 280.000 Einwohnern des Archipels, leben zirka 127.000 in dem Gebiet um Funchal. Der fruchtbare Boden der Küstenregion zieht mit seinem milden Klima besonders die Bauern an. Deshalb verwundert es nicht, dass das karge Landesinnere fast unbesiedelt ist. Im Norden der Insel sind weite Flächen mit den für Madeira typischen Lorbeerwäldern bedeckt. Eine einzigartige Pracht unterschiedlichster Pflanzen, die für die Wasserversorgung des Inselparadieses unentbehrlich sind.

Wie Lebensadern durchziehen die Levadas die gesamte Insel. Die offenen Wasserleitungen bringen das kostbare Nass aus den feuchten Gebieten der Nordküste in die trockenen Regionen, um dort Felder, Weinberge und Plantagen zu versorgen.

Die Einheimischen verwenden die bereits im 15. Jahrhundert von maurischen Sklaven gebauten Levadas noch heute zur Bewässerung ihrer Felder. Ein genauer Zeitplan legt fest, wann jeder Landwirt seine Wasserzuteilung erhält. Das System ist genial einfach: Die Hauptleitung wird abgesperrt, das kostbare Nass in die Abzweigungen gelenkt.

Madeiras wirtschaftliche Zukunft liegt im Wesentlichen im Tourismus. Noch 1885 gab es so genannte Quintas, englische Landhäuser, die mitsamt Mobiliar und Dienerschaft in den Wintermonaten vermietet wurden. Etliche Quintas wurden in letzter Zeit zu stilvollen Landhotels umgebaut. Daneben gibt es an der Südküste große Touristenhotels, viele davon neu errichtet. 


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