Marquesa & Inseln Tahiti 

Land und Leute 

Fast alle der bloss etwa 1100 Touristen, die jährlich die 1700 Kilometer von Papeete entfernten Marquesas besuchen, pilgern an die unscheinbaren Gräber von Brel und Gauguin. Vor Gauguins nachgebautem «Freudenhaus» in Atuona rostet Brels Privatflugzeug, und das Museum ist dem berühmten Maler gewidmet. Die 8000 Marquesianer betrachten ihre zehn Inseln, von denen sechs bewohnt sind, als das Herz Polynesiens. Archäologische und linguistische Forschungen unterstützen ihren Anspruch. Von diesen Inseln aus erfolgte die Besiedlung Hawaiis und der Gesellschaftsinseln, zu denen auch Tahiti gehört und die viel später als Sprungbrett für jene Polynesier dienten, die Neuseeland erschlossen. Ostwärts segelten Marquesianer bis zu den Osterinseln, wohin sie auch ihre Steinmetzkunst brachten.

Die zahlreich auf den Marquesas anzutreffenden «Tikis», die alten Steinfiguren, dienten den Osterinsulanern als Inspiration für ihre noch grösseren Statuen. Von den Marquesas aus soll auch die Revitalisierung der polynesischen Kultur ausgehen, wie viele Insulaner stolz glauben. Sie nennen ihre Inseln wieder «Te fenua enata» -   Land der Menschen. In jedem Dorf gibt es Ruderklubs für Pyrogen, die traditionellen polynesischen Auslegerboote. In dieser Sparte gehören die Marquesianer bereits zu den Meistern im pazifischen Raum.


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