Gibraltar 

Geschichte 

Gibraltar, die einzige Kolonie Europas -   ist nicht nur ein Objekt der politischen Auseinandersetzungen zwischen Großbritannien und Spanien, sondern vor allem ein schönes Fleckchen Erde mit einem liebenswerten Völkchen.

Die etwa sechs Quadratkilometer große britische Besitzung Gibraltar im Südwesten Europas ist im vereinten Europa ein permanenter Zankapfel zwischen London und Madrid, das die Rückgabe fordert. Die englische Flotte eroberte schon während des Spanischen Erbfolgekrieges am 4. August 1704 im Handstreich den Felsen. Das Gebiet wurde im Vertrag von Utrecht 1713 dann formell den Briten zugesprochen, die bis heute nicht an einen Rückzug denken.

Der mit 450 Metern höchste Punkt der Kolonie galt nach der Sage in der Antike als eine der beiden "Säulen des Herkules", die für die Kulturen des Mittelmeers das Ende der zivilisierten Welt darstellten. Für die Briten war Gibraltar auf dem Höhepunkt ihres Kolonialreiches ein bedeutender Marinestützpunkt. Von hier aus ließ sich die Schiffsroute durch das Mittelmeer und weiter durch den Suezkanal kontrollieren. Auf dem Felsen leben noch die letzten wilden Affen Europas. Wenn sie aussterben, so geht eine Legende, verlieren die Briten Gibraltar. Felsenmythologie -   Die Römer deuteten Gibraltar als eine der beiden Säulen des Herkules, die zweite sahen sie bei Jebel Musa auf der anderen Seite der Straße von Gibraltar. Die geologische Realität ist natürlich eine andere -   die Verschiebung kontinentaler Platten erzeugte vor 5 Mio. Jahren eine Spalte, die heute Europa und Afrika trennt.

Vom Atlantik strömte über einen 3048 m hohen Wasserfall Wasser ein, der in 10 Jahren das Mittelmeerbecken füllte. In der Meerenge gibt es starken Wind und heftige Stürme. Weil die Bucht von Gibraltar zudem über 800 m tief ist, haben Matrosen auch ohne Aberglauben immer einen gesunden Respekt vor dem Meer um Gibraltar gehabt.

Wasserspeicher -   Anfangs des 20 Jhrs. wurden an der Ostseite Gibraltars riesige Wassersickerhänge angelegt, die sich auf etwa 34 ha einer 100000 Jahre alten Sanddüne erstrecken. Das Regenwasser wurde durch Kanäle in Speicherbecken im Fels geleitet, die fast 73 Mio Liter Wasser fassen. Heute bezieht Gibraltar sein Wasser aus Entsalzungsanlagen, doch die Hänge fallen in der Landschaft immer noch auf.

Tauchen -   Mit ihren sanft abfallend Sandstränden ist die Costa del Sol für Taucher nicht besonders aufregend. Gibraltar jedoch bietet viele faszinierende Tauchgelegenheiten. Die starken Strömungen vom Atlantik bringen nährstoffreiches Wasser und daher eine große Vielfalt an Meeresfauna -   und Flora mit sich. Die rauhe See in diesen Breiten brachte in der Vergangenheit viele Schiffe zum Sinken. Taucher können phönizische und römische Anker, einen riesigen Schoner, der 1888 sank, verschiedene Marineschiffe sowie aufregende Riffe erkunden.



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